Gemeinschaftsinn

Gemeinschaftssinn und warum uns Einsamkeit schadet

Der Mensch braucht die Verbindung mit anderen Menschen. Die soziale Isolation und der Ausschluss aus einer Gruppe schwächen ihn nachweislich und stellen ein gesundheitliches Risiko dar. So ergaben medizinische Studien, dass Einsamkeit schadet, da diese das Risiko verfrüht zu sterben um 30% erhöht. Enge soziale Kontakte hingegen tragen zu einer stabilen Gesundheit bei und beugen nachweislich Krankheiten wie Demenz vor. Der Gemeinschaftssinn des Menschen kommt nicht von ungefähr.

Der Mensch als soziales Wesen

Unser Bedürfnis nach Gemeinschaft ist tief in unserem Wesen verankert. Der sogenannte Frühmensch, der vor zwei Millionen Jahren lebte, war extrem auf die Zugehörigkeit zu einer Gruppe angewiesen. Zu den damaligen Bedingungen war es lebensbedrohlich alleine zu leben. Um sich vor Lebewesen, die in der Nahrungskette über dem Menschen standen, wie Wölfen, Säbelzahntigern und Bären zu schützen, war ein Verbund mit anderen Menschen entscheidend. Auch für die Nahrungssuche war der Zusammenschluss in einer Gemeinschaft von Bedeutung. Vor ca. 400.000 Jahren fingen die Menschen an in einer Gruppe auf die Jagd zu gehen, was ihnen ermöglichte Großwild zu erbeuten. Die Jagd erforderte ein koordiniertes und kooperatives Miteinander. Als Einzelgänger lief man Gefahr zu wenig oder keine Nahrung zu finden. Gegenseitiger Verlass und ein Gemeinschaftssinn waren unabdingbar für das Überleben.

Heute leben wir in Gemeinden, arbeiten in Teams, leben in Familien oder Wohngemeinschaften und in einem System, das einander immer noch bedingt. Auch wenn es heutzutage nicht mehr so offensichtlich scheint: für das eigene Wohlergehen und das Überleben ist der Schutz und die Unterstützung durch eine Gemeinschaft nach wie vor essenziell. Gesellschaftlicher Ausschluss und dauerhafte Isolation löst im Menschen Stressreaktionen aus, es triggert den Überlebensinstinkt und dies meist mit gesundheitlichen Folgen.

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Einsamkeit als gesundheitlicher Risikofaktor

In einem dauerhaften Stresszustand reagiert der Körper unter anderem mit der Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Dieser Botenstoff dient der Bereitstellung von Energie, um in Notsituationen bestmöglich funktionieren zu können. Gleichzeitig erfolgt jedoch die Verringerung des Energieverbrauchs der Organe, die in einer Notsituation nicht gebraucht werden. Für eine kurze Zeit ist diese Funktion sehr sinnvoll, sogar notwendig. Eine dauerhafte Stresssituation stellt jedoch eine große Herausforderung für unseren Organismus dar und kann mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen einhergehen.

Darunter: Schlafstörungen, geschwächte Abwehrkräfte, erhöhte Entzündungswerte, Schädigung der Arterienwände, die wiederum Bluthochdruck begünstigen. Menschen, die von dem Gefühl der Abgrenzung und Einsamkeit betroffen sind, erkranken häufiger an Depressionen, Fettleibigkeit, Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs und Demenz. In Studien wurde bewiesen, dass Menschen mit engen sozialen Kontakten seltener an vielen dieser Krankheiten leiden. Sie zeigen, dass Einsamkeit schadet. Ein gesundes und intaktes soziales Umfeld wiederum ist förderlich für unsere Herzgesundheit und unser gesamtes Immunsystem.

Jeder Mensch hat also einen stark verwurzelten Gemeinschaftssinn, ein tiefes Bedürfnis nach Verbindung. Wird dieses nicht erfüllt, kommen Gefühle von Einsamkeit und Angst in uns auf und unser Organismus gerät in Stress. Diese emotionalen und körperlichen Reaktionen haben immer eine Funktion, einen Sinn. So gesehen wollen sie uns nur signalisieren, dass „etwas nicht stimmt“ und uns helfen zu erkennen. Wichtig ist sich genau dies bewusst zu machen und sich seiner Gefühle und Bedürfnisse anzunehmen. Menschen, die sich isoliert und getrennt von anderen fühlen, sollten aktiv mit ihrem Umfeld darüber reden, sich mit ihren Problemen öffnen und um Hilfe bitten. Kann das eigene aktuelle Umfeld einem dies nicht bieten, kann man sich an praktizierende Therapeuten, Seelsorger und Lebensberater wenden oder proaktiv in Vereine oder andere Gruppierungen eintreten, um wieder in die Verbindung mit Menschen zu kommen.

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Sandra Weerd

  • Ernährungsberaterin (pflanzlich & naturbelassen)
  • Mindset & Psychologie Begeisterte

Unsere Ernährung hat einen entscheidenden Einfluss auf unsere Lebensqualität. In unserem Mindset und unserer Psyche liegt immer der Ursprung für eine positive Veränderung und Entwicklung. Hierzu möchte ich anderen Wissen und Inspiration mitgeben.